Es ist Montagmorgen. An sich ist ja alles in Ordnung. Die Akten sind aufgeräumt. Keine besonders anstrengenden Termine im Kalender. Es läuft alles. Bis auf die Stimmung im Team.

Die ist zum Weglaufen. Womit habe ich das verdient, denken Sie. Sie haben sich doch so eingesetzt für das Team. Sie kümmern sich. Überarbeitet dürfte auch keiner sein. Warum dann diese Stimmung?

Das Klima ist seit Wochen angespannt. 

Immer wieder steht ein Teammitglied bei Ihnen im Büro und schimpft über die anderen. 

Sie wissen gar nicht mehr weiter.

Am liebsten würden Sie mal so richtig auf den Tisch hauen oder 6 Monate Urlaub machen.

Kennen Sie? Ich auch. 

Ich kenne das nur zu gut und damit möchte ich Ihnen gleich vorab mitgeben:

Es ist völlig normal, dass die Stimmung mal nicht gut ist.

Wenn wir uns vor Augen führen, dass wir in Arbeitsteams verschiedenartige Individuen miteinander zwangsverheiraten und sie zusätzlich immer wieder mit neuen Abläufen, UVZ’s und neuen Kollegen oder dem Ausfall von Teammitgliedern belasten, wird es noch plausibler: 

Störungen im Betriebsklima sind völlig normal.

Sie sollten deswegen aber nicht einfach hingenommen werden.


1. Wichtiger Schritt:

Hinsehen und aushalten.

Egal, ob Sie Fluchtimpulse (Tür zu, niemanden sehen) oder Kampfimpulse („jetzt vertragt Euch doch!“) haben – beides ist jetzt nicht gut. 

Tipp: Hier lohnt sich auch ein Blick auf Ihr eigenes Profil:

Sind Sie eher Harmonietyp?

Haben Sie gelernt, Ihre Themen anzusprechen oder wurden bei Ihnen zu Hause früher Konflikte unter den Teppich gekehrt?

Ist Ihnen bewusst, dass Sie KEIN Teammitglied, sondern die Führungsperson sind und dass viele Teamabläufe für Sie „dargestellt“ werden?


2. Wichtiger Schritt:

Analysieren.

Sprechen Sie die beobachteten Verhaltensweisen, die aus Ihrer Sicht die Stimmung gestalten, möglichst konkret an. 

In Teams mit an sich guter Verbindung können Sie dies auch einmal bei einem gemeinsamen Kaffee in die Runde werfen.

Regelmäßig würde ich aber eher das Einzelgespräch bevorzugen.

Wofür?

  • Für mehr Selbstwertschutz des Einzelnen, denn angesprochene Konflikte werden häufig mit dem Vorwurf der fehlenden Teamfähigkeit verstanden.

  • Für mehr inhaltlichen Output, denn naturgemäß werden Einzelne ihre Perspektive deutlicher offenlegen, als wenn sie die Macht der Gruppe befürchten müssen.

  • Für mehr eigenen Raum, denn in der Gruppe werde ich als Führungsperson bewertet und habe zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich noch gar keine Ahnung, wie ich reagieren möchte.


3. Wichtiger Schritt:

Verändern.

Wer fragt, muss nicht nur hinhören – er sollte auch bereit sein, auf das Gehörte zu reagieren. Sie müssen nicht die gesamte Notarstelle umbauen. Oft sind es Kleinigkeiten, die die Stimmung im Team beeinträchtigen. 

Sie müssen auch nicht alles allein können. Wenn es zwischen einzelnen Teammitgliedern knirscht, hilft oft eine Mediation oder Konfliktmoderation durch eine neutrale Person.

Wenn es insgesamt an Kontakt und Austausch fehlt, kann die Einführung von gemeinsamen Treffen hilfreich sein.


4. Wichtiger Schritt:

Dranbleiben.

Sie sind die Führungsperson. Wie ich oben bereits geschrieben habe, finden viele Teamdynamiken statt, um SIE zu beeindrucken oder zu beeinflussen. Das Team beruhigt sich, wenn es merkt, dass Sie mit ihrer Präsenz bei ihm sind und Ihre Aufmerksamkeit keine Eintagsfliege war.


Ich weiß – Sie haben wenig Zeit. 

Ich weiß auch – die wichtigsten Gründe für Kündigungen von Teammitgliedern liegen in Missstimmungen zwischen Teammitgliedern und in fehlendem Vertrauen gegenüber der Führungskraft.

Herzliche Grüße

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